Nebenkosten in der Schweiz: Was darf verrechnet werden?

Das Schweizer Mietrecht geht einen anderen Weg als das deutsche: Es gibt keinen gesetzlichen Katalog umlagefähiger Kosten. Stattdessen gilt ein einfacher, aber folgenreicher Grundsatz — was nicht ausdrücklich vereinbart ist, ist im Mietzins enthalten.

Stand: 3. August 2026 · Rechtslage Schweiz

Hinweis: KI-generierter Text

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Die rechtlichen Angaben wurden anhand der genannten Vorschriften recherchiert. Trotz sorgfältiger Prüfung können Fehler nicht ausgeschlossen werden.

Dieser Beitrag gilt für die Schweiz

In Deutschland und Österreich gibt es gesetzliche Kataloge (§ 2 BetrKV, § 21 MRG), die den Rahmen abstecken. Die Schweiz kennt das nicht — hier zählt allein die vertragliche Vereinbarung. Siehe die Übersicht im Ratgeber.

Der Grundsatz: nur was vereinbart ist

Nach Art. 257a OR sind Nebenkosten das Entgelt für Leistungen des Vermieters oder eines Dritten, die mit dem Gebrauch der Mietsache zusammenhängen. Entscheidend ist Absatz 2: Der Mieter muss Nebenkosten nur bezahlen, wenn dies besonders vereinbart wurde.

Das ist die Umkehrung dessen, was viele Vermieter aus dem deutschen Recht kennen. Fehlt die Vereinbarung, sind sämtliche Nebenkosten mit dem Mietzins abgegolten — auch Heizung und Warmwasser. Eine nachträgliche Einführung ist nicht einseitig möglich.

Warum Sammelklauseln nicht genügen

Es reicht nicht, im Vertrag pauschal „Nebenkosten" oder „die üblichen Nebenkosten" zu erwähnen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts müssen die einzelnen Positionen im Mietvertrag oder in einer Vertragsergänzung einzeln aufgeführt sein.

Der häufigste und teuerste Fehler

Eine Sammelklausel führt dazu, dass die betroffenen Positionen nicht geschuldet sind. Bereits bezahlte Beträge können unter Umständen zurückgefordert werden. Prüfen Sie Ihre Verträge daraufhin, bevor Sie abrechnen — nicht erst, wenn ein Mieter die Abrechnung beanstandet.

Welche Nebenkosten zulässig sind

Art. 257b OR nennt für Wohn- und Geschäftsräume die tatsächlichen Aufwendungen für Leistungen, die mit dem Gebrauch zusammenhängen — etwa Heizungs-, Warmwasser- und ähnliche Betriebskosten sowie öffentliche Abgaben, die sich aus dem Gebrauch ergeben. In der Praxis sind das vor allem:

PositionAnmerkung
Heizung und WarmwasserBrennstoff, Betriebsstrom, Wartung, Ablesung, Kaminfeger
Wasser und AbwasserVerbrauchs- und Grundgebühren
KehrichtGrundgebühren und Entsorgung
HauswartungNur der Betriebsanteil — Reparaturarbeiten müssen ausgeschieden werden
AllgemeinstromBeleuchtung von Treppenhaus, Keller, Aussenanlagen
LiftBetriebsstrom und Wartungsanteil des Servicevertrags
ServiceabonnementeNur der Wartungs-, nicht der Reparaturanteil
AbrechnungskostenAufwand für die Erstellung der Nebenkostenabrechnung, sofern vereinbart

Jede dieser Positionen ist nur dann geschuldet, wenn sie im Vertrag einzeln genannt ist. Die Tabelle sagt also, was vereinbart werden kann — nicht, was automatisch gilt.

Die Abgrenzung zu den Unterhaltskosten

Nach Art. 256 OR ist der Vermieter verpflichtet, die Sache in gebrauchstauglichem Zustand zu erhalten. Daraus folgt: Unterhaltskosten sind keine Nebenkosten und können auch nicht durch Vereinbarung dazu gemacht werden.

Nicht überwälzbar sind deshalb insbesondere gewöhnlicher Unterhalt, Ersatzanschaffungen, Renovationen sowie Leistungen, die nicht mit dem Gebrauch der Mietsache zusammenhängen.

Praktisch heikel sind Serviceverträge: Enthalten sie sowohl Wartung als auch Reparaturen, muss der Reparaturanteil herausgerechnet werden. Wer den Vertrag vollständig überwälzt, riskiert die Kürzung der gesamten Position.

Akontozahlung oder Pauschale?

Das Schweizer Recht kennt zwei Modelle, die sich grundlegend unterscheiden — und die Wahl muss im Vertrag stehen.

AkontozahlungPauschale
Monatlicher BetragVorauszahlungFixbetrag
AbrechnungJa, mindestens jährlichNein
Nachzahlung möglichJaNein
Rückerstattung möglichJaNein
Risiko trägtDer MieterDer Vermieter

Bei der Pauschale muss der Betrag auf den Durchschnittswerten von drei Jahren beruhen. Sie ist für den Vermieter riskanter: Steigen die Energiekosten, bleiben Sie auf der Differenz sitzen — nachfordern können Sie nicht.

Welches Modell ist sinnvoll?

Bei stark schwankenden Energiepreisen ist die Akontozahlung für Vermieter die sicherere Wahl, weil sie die tatsächlichen Kosten abbildet. Sie erfordert dafür eine ordentliche jährliche Abrechnung mit Belegen.

Abrechnung und Einsichtsrecht

Rechnet der Vermieter mit Akontozahlungen ab, muss er die Abrechnung dem Mieter mindestens einmal jährlich vorlegen. Eine gesetzlich fixierte Frist wie die deutsche Zwölfmonatsfrist kennt das Schweizer Recht nicht — der Mietvertrag kann aber eine Frist vorsehen.

Der Mieter hat Anspruch darauf, in die Belege Einsicht zu nehmen. Dieses Recht besteht auch bei einer Pauschale, obwohl dort keine Abrechnung erstellt wird.

Ohne eine nachvollziehbare, belegte Abrechnung wird eine Nachforderung nicht fällig. Führen Sie die Positionen deshalb einzeln auf und weisen Sie den Verteilschlüssel aus.

Häufige Fragen

Kann ich Nebenkosten nachträglich einführen?

Nicht einseitig. Eine Änderung des Vertrags zulasten des Mieters ist an die Voraussetzungen einer Mietzinsanpassung gebunden und muss auf dem amtlichen Formular mitgeteilt werden. Ohne Zustimmung oder korrektes Verfahren bleibt es beim bisherigen Zustand.

Nach welchem Schlüssel wird verteilt?

Das Gesetz schreibt keinen bestimmten Schlüssel vor. Üblich sind Wertquote, Nutzfläche oder Zimmerzahl; bei Heizung und Warmwasser ist eine verbrauchsabhängige Abrechnung vorgesehen, wo die entsprechenden Erfassungsgeräte vorhanden sind. Der gewählte Schlüssel muss sachgerecht und nachvollziehbar sein.

Darf ich Verwaltungskosten überwälzen?

Die allgemeinen Kosten der Liegenschaftsverwaltung nicht — sie hängen nicht mit dem Gebrauch zusammen. Der Aufwand für die Erstellung der Nebenkostenabrechnung selbst kann hingegen überwälzt werden, wenn er im Vertrag vereinbart ist.

Was gilt bei Geschäftsräumen?

Art. 257b OR nennt Wohn- und Geschäftsräume gemeinsam, der Grundsatz der ausdrücklichen Vereinbarung gilt also ebenso. In der Praxis werden bei Geschäftsmieten häufig weitergehende Kostenübernahmen vereinbart; die Grenze bleibt die Abgrenzung zum Unterhalt.

Gilt in der ganzen Schweiz dasselbe?

Das Obligationenrecht gilt gesamtschweizerisch. Bei der verbrauchsabhängigen Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung kommen jedoch kantonale Energievorschriften hinzu, die sich unterscheiden können.

Nebenkostenabrechnung nach Schweizer Recht

Der Mietabrechner unterstützt Akontozahlungen und Pauschalen, trennt Betriebs- von Unterhaltsanteilen und weist den Verteilschlüssel nachvollziehbar aus.

7 Tage kostenlos testen → Testphase: 1 Immobilie mit bis zu 2 Einheiten · danach Einmalkauf ab 14,99 € · kein Abo · keine Kreditkarte